№ 18

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Anna und Arthur halten noch immer das Maul

Um die Aktion nicht an staatlichen Repressionsmaßnahmen verdorren zu lassen, legt ein Autor_innenkollektiv seinen Ratgeber für die linke Praxis jenseits des Parlaments erneut auf.
„Wege durch die Wüste“ ist die dritte Überarbeitung des 1989 erstmals erschienenen Ratgebers. Verfasst wurde es von einem nicht näher benannten Redaktionsteam, das sich – so die Information des Klappentextes – bundesweit in unabhängigen Antirepressionsgruppen einsetzt. Getilgt wurde in dieser Neuausgabe das alte Vorwort, sodass in der neuen Einleitung leider übersehen wurde, die „Wüste“, die auch der Titel zeigt, konkret zu benennen. Schnell wird klar, dass es sich dabei um die anschließend oft bemühten Akte der Repression handelt. Der metaphorische Schluss von einem versandeten Rad, wie es das Cover zeigt, auf bundesrepublikanische Verhältnisse liegt nicht eben nah. Continue reading „№ 18“

№ 15

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Saubermänner vom Mars

Eine Provinzposse, die Krimi, Kritik und groteske Komik vereint, ist Michael Fehrs „Simeliberg“: Mit seinem zweiten Buch unterläuft der junge Berner Autor erneut tradierte Erwartungen an das Erzählen genau wie das Selbstbild der Schweizer Eidgenossen.
Das Vexierspiel beginnt bereits mit dem Titel: Der verweist auf ein weniger prominentes Märchen der Gebrüder Grimm. Wie die Felsenhöhle von Ali Baba öffnet der „Simeliberg“ sich und seine Schätze nur auf eine Zauberformel hin. Wer diese jedoch dort aus reiner Gier ausspricht, dem wird er zum Verhängnis. Dieser Berg kostet zuweilen den Kopf. Was Fehr aus dieser Folie macht, hat auf den ersten Blick nur wenig damit gemein. Obwohl er die Leser direkt ins Abwegige, Abschüssige und Randständige der Schweizer Alpen zieht. Dort ist ein Gemeindeverwalter namens Griese auf dem Weg zu einem alten „Landmann“, der Schwarz heißt. Der Bauer steht im Verdacht, seine Frau umgebracht zu haben. Continue reading „№ 15“